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Die folgende Information dient
dazu, meinen Patienten und ihren Angehörigen
die wesentlichen Tatsachen im Zusammenhang
mit einer Augenerkrankung zu erläutern.
In der Praxis der Ophthalmologie,
die sowohl die ärztliche als
auch die chirurgische Behandlung beinhaltet,
gibt es große Unterschiede bei
den Augenkrankheiten zwischen den
einzelnen Patienten.
Ebenso gibt es Variationen bei den
ophthalmologischen Techniken zur Bewertung
und Behandlung von Augenkrankheiten.
Das folgende Material ist lediglich
als allgemeine Einführung in
die Materie zu sehen.
Denken Sie daran, dass Sie mit all
Ihren Fragen zu Diagnose, Behandlung
und allem, was Ihr Leiden betrifft,
vertrauensvoll zu mir kommen können.
Ich freue mich, das Problem zu lösen.
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Eine Erklärung
zur Netzhautablösung
Die Netzhaut ist eine dünne
Haut, die das Augeninnere bedeckt.
Sie haftet auf der Innenfläche
des Augapfels und hat eine ähnliche
Rolle, wie die des Filmes im Fotoapparat.
Wenn das Licht in das Auge einfällt,
durchquert es die Hornhaut und wird
von der Linse auf die Netzhaut fokussiert.
Die Netzhaut wandelt die Lichtenergie
in einen visuellen Eindruck und leitet
die Information über den Sehnerv
an das Gehirn weiter.
Um diese Funktion gut ausüben
zu können, muss die Netzhaut
von der hinter ihr liegenden Schicht,
der Aderhaut (Choroidea) ernährt
werden.
Bei einer Netzhautablösung löst
sich diese von der Aderhaut und treibt
im Glaskörper, im Zentrum des
Auges.
Aufgrund der Trennung von der Aderhaut
übt sie ihre Funktion nicht mehr
aus, und bei vollständiger Ablösung
wird das Auge blind.
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Ursachen und
Symptome.
Netzhautablösungen werden
größtenteils durch einen
Riss oder ein Loch in der Netzhaut
ausgelöst.
Einige der Flüssigkeiten, die
das Augeninnere ausfüllen, treten
durch dieses Loch, lösen die
Netzhaut ab und trennen sie von der
Aderhaut.
Nicht alle Risse oder Löcher
enden mit einer Netzhautablösung.
Außer einem Riss gibt es gewöhnlich
Traktionen auf der Netzhaut durch
Stränge, die sich aus dem gelatineartigen
Stoff bilden, den wir Glaskörper
nennen und der den größten
Teil der Augenhöhle füllt.
Die Traktion selbst kann der Auslöser
für den Riss oder die Netzhautablösung
sein.
Diese mechanische Ruckbewegung der
Netzhaut kann dazu führen, dass
das Auge Lichtblitze wahrnimmt.
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Die Ränder des Risses können
bluten und das Blut so Schatten auf
die Netzhaut werfen. Es entsteht ein
Gefühl von schwimmenden Partikeln.
So wie sich die Netzhaut ablöst,
kann sie das Gefühl einer dunklen
Gardine hervorrufen, die einen Teil
des Sehfeldes bedeckt.
Normalerweise ergibt sich eine Netzhautablösung
aus der Kombination verschiedener
Faktoren.
Der Glaskörper, der den größten
Teil des Augenvolumens füllt,
tendiert dazu, im Alter zu schrumpfen;
die Entfernung eines Grauen Stars
beschleunigt diesen Schrumpfvorgang
des Glaskörpers.
Wenn die Netzhaut aufgrund von Alter,
hoher Kurzsichtigkeit, Verletzung
oder durch Vererbung dünn ist,
kann die Traktion des schrumpfenden
Glaskörpers einen Riss verursachen,
der seinerseits bis zur Netzhautablösung
fortschreiten kann.
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Chirurgie
Um die Netzhautablösung
zu heilen, müssen der Riss oder
das Loch geschlossen werden, um den
Austritt von Flüssigkeiten unter
die Netzhaut zu verhindern.
Da diese Haut extrem dünn und
anfällig ist, ist es nicht möglich,
den Netzhautriss direkt zu vernähen
und zu versiegeln.
Die Wiederauflage der Netzhaut hängt
vom indirekten Verschluss des Loches
durch Absenkung oder Falte der Augenaußenschicht
an dieser Stelle ab.
Normalerweise bildet sich die Absenkung
durch Vernähen kleiner Plastikteile
(oder Silikon) auf der Augenfläche
oberhalb des Netzhautloches.
Es bildet sich eine leichte Entzündung
durch Kauterisation, intensiver Kälte
oder Photokoagulation, so dass sich
die Netzhaut an die verhärtete
Absenkung anlegt und sich das Loch
dauerhaft schließt.
Die subretinale Flüssigkeit wird
abgeführt, indem eine kleine
Öffnung in die Außenschicht
des Auges gelegt wird.
Eventuell muss eine Salzlösung,
Luft oder ein anderer Stoff, wie z.
B. spezielle Gase oder flüssiges
Silikon in das Auge injiziert werden,
um die Netzhaut zu glätten.
Diese Verfahren sind in mehr als 90
% der Fälle erfolgreich, trotzdem
besteht im Fall einer Makulaablösung
(dem Teil der dünnen Netzhaut,
der für die zentrale Sicht verantwortlich
ist) die Möglichkeit, dass keine
zum Lesen ausreichende Sicht wiedererlangt
wird, auch wenn sich die Netzhaut
perfekt wieder anlegt.
Diese Situation könnte sich dadurch
ergeben, dass die für die zentrale
Sicht verantwortlichen Zellen stärker
unter der Ablösung leiden und
sich nicht so gut erholen, wie die
der umliegenden Netzhaut.
Wenn der chirurgische Eingriff unmittelbar
nach Einsetzen der Symptome stattfindet,
wird das Sehvermögen vollständig
wiedererlangt.
Wenn nach dem Einsetzen der Symptome
der chirurgische Eingriff wesentlich
später erfolgt (Monate oder Jahre),
oder verschiedene Eingriffe erforderlich
sind, wird die Sehkraft voraussichtlich
nur teilweise wiedererlangt.
Laser
und Photokoagulation
Seit vielen Jahren werden
Lichtstrahlen zur Behandlung von Netzhautkrankheiten
eingesetzt und derzeit verfügt
man über Laser und andere Arten
von Photokoagulation.
Sie können präventiv in
der Behandlung der Netzhautrisse eingesetzt
werden, bevor sich eine Netzhautablösung
entwickelt;
in der direkten Behandlung der begrentzten
Netzhautablösung, oder in Kombination
mit anderen Techniken.
Kryotherapie
Die Kältetherapie oder
Vereisung ist eine weitere Art und
Weise der Behandlung von Netzhautrissen.
Das Ergebnis der Kryotherapie ist
die Narbenbildung im Rissbereich,
die somit die Netzhautablösung
verhindert.
Diese Behandlung erfolgt einzeln oder
kombiniert mit skleraler Absenkung.
Sie wird in den Fällen angewendet,
in denen eine angemessene Laserbehandlung
nicht möglich ist.
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Vitrektomie
Wenn der Glaskörper
eine Narbe oder eine Blutung aufweist,
kann die Netzhaut ins Augeninnere
gezogen und von ihrer normalen Position
abgelöst werden.
Die Vitrektomie kann in Verbindung
mit anderen Verfahren der Netzhautchirurgie
angewendet werden, sie ist jedoch
normalerweise den Patienten vorbehalten,
die nicht mit konventionellen Methoden
behandelt werden können.
Die Vitrektomie wird zur Entfernung
des kranken, stumpfen oder durch Blut
gefärbten Glaskörper verwendet.
Kleinste Instrumente werden über
kleine, seitliche Öffnungen in
das Auge geführt (Mikrochirurgie).
Der kranke Glaskörper wird entfernt
und durch Flüssigkeit oder Gas
ersetzt.
Mit dieser Technik kann die Netzhaut
in vielen Fällen, die als inoperabel
galten, wieder aufgelegt werden.
Ist eine Luft- oder Gasinjizierung
in das Auge notwendig, muss der Patient
einige Tage nach dem Eingriff in einer
besonderen Position verbleiben, so
dass die Blase die Netzhaut andrücken
kann.
Dieses Gas wird normalerweise spontan
resorbiert.
Komplikationen
Die bei der Netzhautchirurgie
verwendeten Kunststoffe verbleiben
in den meisten Fällen dauerhaft,
bedeckt durch das Augengewebe, das
sie unsichtbar macht.
In ganz seltenen Fällen können
diese Stoffe eine Erosion nach außen,
durch das Gewebe, das sie bedeckt
hervorrufen und somit Beschwerden
verursachen.
In anderen Fällen können
früher oder später äußerliche
Entzündungen aufgrund der künstlichen
Implantate entstehen.
In jedem Fall können die Kunststoffe
ohne Risiko entfernt werden, bevor
sie ernsthafte Schäden verursachen.
Das heißt, die Patienten, die
einen chirurgischen Eingriff aufgrund
von Netzhautablösung erfahren
haben, müssen sich regelmäßig
einer ophthalmologischen Untersuchung
unterziehen, mit der von mir angegebenen
Häufigkeit.
Die Entzündung im Augeninneren
kann, wenn auch selten, vorkommen.
Rechtzeitig behandelt, bleibt ein
Teil der Sehkraft und das Auge selbst
erhalten.
Auch können Blutungen im Inneren
des Auges auftreten, die möglicherweise
die Aussicht auf die Sehkraft verringern.
Da normalerweise unterhalb der Muskeln,
die das Auge bewegen gearbeitet wird,
kann sich nach dem chirurgischen Eingriff,
auch bei erfolgreicher Netzhautauftragung,
aufgrund der vorübergehenden
Muskelschwäche eine Störung
im Ablauf der Augenbewegungen ergeben,
bis hin zur Doppelsichtigkeit. Normalerweise
schwindet dieses Problem ganz spontan.
Bis auf einige Patienten, bei denen
ich mich für eine Vollnarkose
entscheide, führe ich die meisten
meiner chirurgischen Eingriffe unter
Lokalanästhesie durch. Dadurch
werden die Anästhesierisiken
bei den meisten meiner Patienten minimiert
und akzeptabel, im Hinblick auf den
möglichen Sehverlust.
Konvaleszenz
Da sich jede Netzhautablösung
von der anderen unterscheidet, werden
auch die chirurgischen Methoden und
die postoperativen Behandlungsmethoden
unterschiedlich sein.
Einigen Patienten wird es erlaubt sein,
sofort nach dem Eingriff aufzustehen
und sich frei zu bewegen, während
andere Ruhe bewahren müssen.
Ein Großteil meiner chirurgischen
Eingriffe geschehen ambulant, der Patient
kann unmittelbar nach dem Eingriff gehen
und die Indikationen und die Pflege
zuhause fortführen.
Da es eine gewisse Zeit dauert, bis
die Netzhaut wieder fest anliegt, werden
die körperlichen Bewegungen zu
Anfang zurückhaltend sein; man
sollte Bücken, Tragen von schweren
Lasten oder Anstrengungen jeglicher
Art vermeiden, um je nach Heilungsverlauf
anschließend wieder ein normales
Leben führen zu können.
Nach dem Eingriff ist ein leicher oder
gedämpfter Schmerz im operierten
Auge zu erwarten, der durch die verschriebenen
Medikamenten nachlassen wird; andernfalls
bitte ich um Benachrichtigung.
Es werden Augenmedikamente verschrieben,
die dem Zeitplan zufolge einzunehmen
sind.
Anfangs sollte die Ernährung weich
sein, später wird sie wie üblich
fortgesetzt.
Die nicht behandelte Netzhautablösung
führt im Allgemeinen zur vollständigen
Erblindung.
Ihre Behandlung kann die Sehkraft in
98 % der Fälle erhalten
Indem der Patient und seine Angehörigen
in Absprache mit mir besser über
die Netzhautablösung Bescheid wissen,
sind sie in der Lage eine geeignete
Entscheidung zu treffen.
Bitte stellen Sie mir vertrauensvoll
alle Fragen, die Sie wünschen.
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